TRI it smart – Tipps von Coach Sebastian Bleisteiner: Mentales Training

17.07.2025

In der fünften Folge unserer Serie dreht sich alles um das mentale Training – wie du dich mental auf Wettkämpfe vorbereitest und mit schwierigen Rennsituationen umgehst. Coach Sebastian Bleisteiner erklärt, wie du Nervosität reduzierst, Krisen meisterst und deine Leistungsfähigkeit durch Visualisierung und Selbstgespräche steigern kannst.

Welche Techniken helfen, Nervosität vor dem Wettkampf zu reduzieren?

Nervosität vor einem Wettkampf ist völlig normal und sogar hilfreich – sie zeigt, dass du dich richtig vorbereitest. Aber es ist wichtig, den Unterschied zwischen gesunder Anspannung und Panik zu erkennen. Viele Aktive nutzen Techniken wie Meditation, das Hören der Lieblingsplaylist oder Gespräche mit der Familie, Freunden oder dem Trainer, um sich zu beruhigen. Auch hilft es, die letzten Monate des Trainings noch einmal zu reflektieren und sich bewusst zu machen, dass der Wettkampf die Belohnung für die harte Arbeit ist. So wird der Wettkampftag nicht als Belastung, sondern als Ernte des bereits Geleisteten wahrgenommen.

Wie kann man sich mental auf schwierige Rennsituationen wie Krisen oder Rückschläge vorbereiten?

Die Vorbereitung auf Krisen im Rennen ist genauso wichtig wie die physische Vorbereitung. Allein die Tatsache, dass du dir mögliche Probleme im Vorfeld überlegst und Lösungen parat hast, hilft dir, ruhig zu bleiben. Ein platter Reifen, ein verlorenes Radflasche oder ein Hungerast sind nur einige der vielen Herausforderungen. Was du tun kannst, ist, dich immer auf den nächsten Schritt zu konzentrieren: die nächste Verpflegungsstation, der nächste Zusehende-Hotspot, oder einfach einen Moment der Erholung. Und erinnere dich: Das Rennen ist erst vorbei, wenn du die Ziellinie überquerst.

Welche Rolle spielen Visualisierung und Selbstgespräche für die Leistungsfähigkeit?

Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug. Schon im Vorfeld kannst du dir den Wettkampf und den Zieleinlauf im Detail vorstellen. Ich habe mir 2010 einen Post-it mit „Ironman 70.3 World Champion“ geschrieben und ihn an meinen Badezimmerspiegel geheftet – und es hat funktioniert! Es hilft, fokussiert zu bleiben und Rückschläge zu überwinden. In schwierigen Phasen des Wettkampfs sind Selbstgespräche besonders wertvoll. Anstatt sich von negativen Gedanken wie „Es fällt mir so schwer“ leiten zu lassen, hilft es, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren: „Ich habe schon viel härtere Herausforderungen gemeistert“ oder „Ich bin schon so weit gekommen, den Rest schaffe ich auch!“ Diese positiven Selbstgespräche geben dir die mentale Stärke, weiterzumachen.